yomyo
  Boronschlacht
 

Boronschlacht





 

Kapitel 1

 

Die Größe Argon Primes wird von vielen falsch eingeschätzt. Für sie ist Argonia City Argon Prime. Man muss sich jedoch im Klaren sein, dass Argon ein Planet ist, keine Stadt.

"Buch der Goner"

 

Argon Prime: Alicta: 291NT: Nacht

Alicta hieß die nach Argonia City größte Stadt auf Argon Prime. Das heißt nicht, dass sie viel kleiner gewesen wäre. Auch hier gab es unzählige Hochhäuser und andere Gebäude. Lange Ketten aus Raumschiffen schlängelten sich zwischen ihnen durch. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Städten lag am Lärm der Schiffswerften, der sich in die Nacht hinein stark steigerte und jeden der nahe einer der Werften wohnte aus dem Bett holte.
Einige Meter über Bodenhöhe sauste eine Schwebeplattform an den Wolkenkratzern vorbei. Schwebeplattformen waren eigentlich nur für eine Person gedacht, diese hingegen war eine Sonderanfertigung für den Pizzaservice. Sie war rund und hatte etwa einen Durchmesser von zweieinhalb Metern. Am Heck war eine Warmhaltebox installiert um die Pizzen backfrisch zum Kunden zu liefern. Der Pizzabote steuerte ein Mehrfamilienhaus an, das man schon fast selber als einen Turm bezeichnen konnte. Er landete sein Fluggefährt nahe der Haustür, nahm drei Schachteln aus der Warmhaltebox und stieg ab um kurz darauf einem glücklichen Argonen in die Hand zu drücken.
In Swea Wilsons Wohnung klingelte es. Sie schreckte auf. Sie hatte sich extra Ohrenstöpsel in die Ohren gesteckt und gehofft, dass die Werbung ihr auch das richtige erzählte, aber gegen die Türklingel konnte man sich nicht wehren. In der Wohnung neben ihr wurde eine Party gefeiert und der Pizzaservice klingelte heute schon zum dritten Mal falsch. Und das im Abstand von fünfzehn Minuten. Sie konnte kein Auge mehr zutun. Ihr Mann, der neben ihr lag und keine Ohrenstöpsel trug, schlief tief und fest.
"Pizza Service!" kam es aus dem über Funk mit der der Sprechanlage verbundenen Wecker. "Bin ich hier richtig?"
Swea Wilson setzte sich in ihrem Bett auf, nahm einen Haargummi vom Nachttisch und band ihre langen braunen Haare zu einem Zopf. "Nein. Sie haben sich zum dritten Mal vertippt" Stöhnte Hanna, "versuchen sie es mal bei Wohnungsnummer 46."
"Oh, habe ich sie geweckt? Das tut mir leid ich wollte..."
"Schon okay, das macht nichts, ich bin sowieso schon wach." Unterbrach sie den Pizzaboten. "Auf wieder...hören."
"Schönen Abend no..." Die Verbindung unterbrach.
Sweas Mann Aaron drehte sich zu ihr und meldete sich verschlafen zu Wort: "Wer war das? Etwa schon wieder der Pizzabote?"
Swea nahm die Ohrenstöpsel aus den Ohren. "Hai!" bestätigte Swea "Zum dritten Mal. Er hat die Wohnungsnummer der Zubers vergessen. Die feiern heute Party."
"Ich schlafe wieder ein," sagte Aaron "morgen fängt die Arbeit auf Deuter III an, ich sollte wach für den Flug sein."
"Ja ja, schlaf nur weiter. Ich gehe frische Luft schnappen. In den Park."
"Pass auf dich auf!" Aaron küsste Swea kurz auf den Mund und verabschiedete sich von ihr.
"Ich bin spätestens zum Frühstück wieder da." sagte sie eilig und verschwand im Bad, um sich umzuziehen.
"So spät?" Rief Aaron ihr hinterher. "Bring frisches Argnufleisch mit." Er drehte sich wieder um und schloss die Augen
"Mach ich." Sagte sie, als sie aus dem Bad kam, und zog die Wohnungstür zu. Der Majordomo verschloss sie umgehend.

 
Der Park war wenig beleuchtet. Nur hier und da, reichte der Schein einer Laterne, einige Meter weit zu leuchten. Der Rest des Parks war von dunklen Schatten eingehüllt. Hunderte von Glühwürmchen tanzte um einen Baum. Das Hämmern eines Spechts verzauberte den Park in eine interessante Welt. Mit hellgrauen Steinen gepflasterte Wege schlängelten sich um Bäume und verzweigten sich mehrmals. Dunkelgrünes Gras bedeckte den Boden um den Weg herum. Einzelne Blumen erhoben sich zwischen den Grashalmen empor.
Mit den Händen in den Taschen ihrer braunen Jacke trabte Swea Wilson die langen Wege entlang. Die Steine klapperten unter ihren Schuhen und man hatte das Gefühl, bald in eine Grube einzubrechen. Ihre langen braunen Haare hatte sie zu einem Zopf zusammengebunden. Die Sichtweite betrug etwa sieben Meter, was die Orientierung sehr schwierig machte und die Chance auf dem Weg zu bleiben stark senkte. Einen Schritt nach dem anderen setzte sie vor sich. Umgeben von Dunkelheit hielt Swea nach einer Bank Ausschau, um sich ein wenig auszuruhen.
Völlig in Gedanken versunken ließ sie sich noch einmal den gestrigen Tag durch den Kopf gehen.
Eine leichte Windböe wirbelte einige Laubblätter vor ihr auf, die kurz darauf wieder zum Boden segelten. Swea kam an eine Weggabelung, an der sie stehen blieb und sich nach einem Wegweiser umsah. Diese Wegteilung war von kahlen Büschen umrandet, die keine Blätter mehr hatten und somit alles verlassen wirken ließen.
Nachdem Swea keinen Hinweis fand, in welche Richtung sie gehen sollte, entschloss sie sich den rechten Weg zu nehmen, der kurz darauf eine leichte Rechtsbiegung machte. Einige Meter weiter begannen wieder rechts und links wieder Büsche aufzutauchen, welche jedoch nicht blattlos waren. Kleine ovale Blättchen hatten sich an ihnen gebildet, die im Schein der nächsten Laterne saftig grün glitzerten.
"Seit wann glitzern Pflanzen?" nuschelte Swea fraglich vor sich hin, als sie sich den Büschen näherte. Sie zupfte ein kleines Blatt ab und hielt es sich näher ans Auge. "Tau? Ist es schon so spät?"
Sie warf einen kurzen Blick auf ihre Uhr und erschrak: Es war bereits drei Uhr und sie wollte nicht nach fünf zuhause sein. Swea drehte sich eilig um und begann, zügig zurück zu laufen. An der Kreuzung bog sie nach links ab und wollte wieder in ihren Eilschritt verfallen, als hinter ihr etwas knackte. Sie drehte sich schockiert um und tastete nach ihrer Handtasche, in der sie immer einen Pfefferblaster aufbewahrte. Sie hatte ihn noch nie in Gebrauch genommen, wusste aber, wie man ihn benutzte. Swea schob ihre Hand in die Tasche um ihre Waffe zu zücken. Als sie den Blaster fest umschlossen hatte, zielte sie in die Richtung aus der das vernommene knacken kam. Langsam, Schritt für Schritt, ging sie vorwärts auf den Busch zu. Einige Meter vor ihm blieb sie stehen. Komm raus! Dachte sie sich, unsicher ob dort überhaupt jemand war.
Zwei Minuten später stand sie immer noch da, aber es hatte sich nichts mehr gerührt. Verblüfft, aber immer noch ängstlich, drehte sie sich schließlich wieder um und lief weiter. Die Büsche links und rechts des Weges lichteten sich. Swea war froh darüber, dass sich niemand mehr verstecken konnte. Ihren Pfefferblaster, den sie bis jetzt unbewusst in der Hand gehalten hatte, steckte sie zurück in ihre Handtasche.
Es klickte. Swea drehte sich um. Alles wurde nass. Die Welt um sie herum verdunkelte sich.


Swea Wilson machte die Augen auf. Sofort begannen sie zu brennen. Alles war verschwommen und schwarzweiß. Sie blinzelte, doch das half wenig. Ihr war schlecht, als wäre sie vor kurzem frei im All geschwebt. Erinnerungen schwebten durch ihren Kopf, doch sie verstand nicht allzu viel. Swea beschloss, die Augen für ein paar Minuten zu schließen, um sich zu sammeln. Wo war sie jetzt? Ohne jegliches Zeitgefühl öffnete sie die Augen erneut. Jetzt sah sie schon viel besser. Ein Raum. Graue Wände. Eine Lampe an der Decke, die jedoch ausgeschaltet war. Sie lag in einem Bett, das Rollen hatte. Sowas gab es nur im Krankenhaus! Sie setzte sich auf, blinzelte noch einige Male und suchte nach einem Fenster, das sie jedoch nicht fand. Erst jetzt bemerkte sie, dass einige Schläuche an ihrer Hand befestigt waren, durch die ihr unbekannte Flüssigkeiten rannen. Ein Fenster gab es nicht. Das bedeutete das sie in einem orbitalen Krankenhaus sei. Aber wo war die Tür? Swea blickte durch den Raum und entdeckte sie auf der linken Seite. Was war passiert? Warum lag sie im Krankenhaus? Und warum in einem orbitalen? Sie erinnerte sich an die Nässe aber mehr war da nicht.
Es klopfte dreimal an der Tür. Eine kleine, schwarzhaarige Frau trat ein. Sie hatte einen weißen Kittel an und Swea konnte auf ihrem Namensschild die Buchstaben `Dr. Wessling´ lesen.
„Was ist passiert…?“ Begann Swea, doch Dr. Wessling schüttelte den Kopf.
„Sie haben sich das Bein gebrochen. Das rechte.“
Swea verstand nicht. Das funktionierte gar nicht. Das war völlig unlogisch.

 

 

 

Kapitel 2

 

Haben Boronen beim Fortpflanzen auch soviel Spaß wie wir wir?

Prof. Bruse Denos

Entdeckung der Boronen, Zukunft

 

Antigone Memorial: Orbit: 291NT

Komische Kreischlaute umhüllten den verängstigten Boronen in seinem mit Wasser gefüllten Raumschiff. Auf das West-Tor zusteuernd, versuchte er mit seinen Tentakeln die schweißperlenartigen Blasen um ihn herum wegzustoßen. Wie hatte er sich nur in diese gefährliche Lage bringen können! Wieso war er durch die - er zählte - drei Tore geflogen!
Wala Di befand sich momentan sehr unglücklichen Lage. Zwar hatte er weitere Tore entdeckt die im ganzen Königreich niemand kannte, jedoch schien es, das das auch so bleiben würde. Er hatte drei neue Weltenportale entdeckt, deren Positionen jetzt im Schiffscomputer eingespeichert waren, komischerweise aber schienen andere Spezies diese Sektoren zu bewohnen und sich gegen die Eindringlinge durch ungern gehörte Töne zu wehren.
Der Borone hatte den Computer mit Klicklauten beworfen, jedoch zeigte er keine Regung die Geräuschkulisse zu dämpfen geschweige denn sie zu beenden.
Zum Entsetzen Wala Dis verringerte seine Piranha die Geschwindigkeit. Wala Di warf einen kurzen Blick aus dem rechten Fenster, wodurch ein kleiner Teil des Sprungtores zu sehen war. Erleichtert wedelte er mit seinen Tentakeln, um die überhöhte Menge ausgetretener Blasen mit dem restlichen Wasser zu vermischen.
Die von ihm sogenannten fliegenden Steine, folgten ihm.
Das Tor aktivierte sich. Tordurchgang.

 

Orbit:Antigone II

 

Die Antigone II war eine art Nachfolgerin für das vor 76 Jahren, von den Xenon zerstörte Hauptquartier Antigone. Die erst vor kurzem erbaute Waffenproduktion belieferte die Verteidigungsstationen im Sektor Trantor mit Waffen. Kleine Transporter, eskortiert von einigen Jägern, trieben wöchentlich ein paar Mal zwischen den Systemen. Jedoch hielten sie sich im Hintergrund, um nicht von Piraten entdeckt zu werden. Antigone Kartch, die Tochter des Besitzers, war auf des Vaters Wunsch nach der schon lange zur Familie angehhörigen Station benannt worden. Inzwischen war sie zweiunddreißig Jahre alt und leitete den riesigen Produktionskomplex. Mit eigenem Doktortitel entwickelte sie aber auch neue Energiewaffen, die sie daraufhin selber testete.
Antigone saß auf ihrem Drehstuhl in ihrem Büro. Die hellbraunen Wände erstreckten sich zehn Meter hoch und eine durchsichtige Decke ließ den Raum unendlich groß wirken. Ein von Papierstapeln bedeckter Marmortisch stand in der Mitte des Raumes. Sie nahm sich ein Blatt von einem der Rechten Stapel, krizelte ihre Kürzel darauf und legte es auf einen der linken. A.K. A.K. A.K. Antigone hasste es, diesen unglaublich einladenden Papierhaufen zu unterschreiben. Manchmal fragte sie sich, warum sie diesen riesigen Koloss nicht einfach aufgab. Leider war dies das einzige Werk das die neuerforschten Waffen produzierte.
Langsam wurde es dunkel im Raum. Einer der drei Monde, die um Sandwell rotierten, schob sich vor das Fenster an der Decke und verdeckte die Sonne. Das passierte zweimal am Tag: einmal morgens um drei und einmal abends um elf Uhr. Da Antigone keinen Hunger verspührte, wusste sie das es spät am Abend war. Es krächzte. Aus einem kleinen, in den Tischrand eingelassenen Lautsprecher kamen Geräusche. Sie schaute auf und lauschte aufmerksam. Als nach einigen Sekunden immer noch kein zu verstehender Ton aus dem kleinen Empfänger kam fragte sie leise:
„Hallo? Ist da wer?“
„Argonischer Kreuzer D75, spreche ich mit Antigone Kartch?“ Kam zurück. Hinter dem Mikrofon ließ sich ein Mann vermuten.
„Ja richtig“, antwortete Antigone erleichtert. „und sie sind…?“
„Colonel Ondran Quan.“ Antwortete die Stimme knapp. „Argonisches Militär.“
„Sie wünschen, Quan-san?“ Fragte Sie. „Und warum ist die Verbindung so schlecht?“
Plötzlich wurde es wieder hell, da sich der Mond hinter dem Fenster entfernte.
„Nun, unsere Flotte steht einige Kilometer weit weg, da wir es uns nicht leisten können, zu viel Treibstoff zu verbrauchen.“
Antigone dachte über die langsam ausgehenden Ressourcen auf den Planeten. Und somit auch an die steigenden Preise.
„Somit wäre das mit der Verbindung geklärt, aber was wollen sie von mir, Colonel Quan?“
Ein bisschen aufgeregt nahm sie den Stift, mit dem sie unterschrieben hatte und kaute darauf, um ihre Nervosität an etwas auszulassen.
„Es ist so: Vor knapp zwei Stunden hat ein unidentifizierbares Objekt den Raum im Sektor Energiezirkulum betreten. Nach kurzer Zeit kam es dann in den Sektor, wo wir uns gerade befinden. Unsere Überwachungssatelliten entdeckten es erst, als es wieder umdrehte. Also vor knapp zwanzig Minuten. Und da sich das Objekt immer noch im Sektor Antigone Memorial befindet würden wir sie um eines bitten:“
Antigone überlegte, was der Lautsprecher als nächstes von sich geben würde. Sie ahnte, dass es irgendetwas mit Krieg zutun haben wird.
„Waffen.“ Fuhr Ondran wie erwartet fort. „Wir benötigen diverse Hilfsmittel, um dieses Ding vom Himmel zu holen!“
„Ich sehe keinen Grund das von ihnen genannte Objekt zu zerstören. Vor allem sind unsere Waffen nicht zum abschießen von“ Sie zögerte kurz, „solchen - ich weiß es nicht - geignet. Vielleicht versuchen sie erst einmal herauszufinden um was es sich handelt.“
Aus dem Lautsprecher kamen etwas leisere Töne, da sich Colonel Quan anscheinend mit jemand anderem unterhielt. Nach kurzer Zeit jedoch meldete er sich wieder zu Wort:
"Wir haben das Schiff vor etwa neun Minuten gescannt. Es beinhaltet 89% H2O. Wasser. Komisch nicht. Entweder ein Taucher will im Weltraum in einem Schiff tauchen, oder es ist ein mobiles Aquarium. "scherzte der Colonel. "Ich tippe auf das Aquarium. Ob da Fische drin sind?"
"Wasser? In dem Schiff ist Wasser? Vieleicht ist es eine neue Lebensform aus dem Wasser. Irgend ein Schwimmwesen hat sich einen Raumer gebaut." Antigone stand auf und lief mehrere Male um den Tisch. Das machte sie immer wenn sie nachdachte.
Plötzlich fiel ihr etwas ein: "Wie viele Waffen benötigen sie?"
"27, haben sie sich doch anders entschieden?" Die Lautsprecher krächzten.
Erstens dachte sie darüber nach, das Schiff zu bergen und zu untersuchen.
Zweitens würden die Waffen dem Militär eine große Geldmenge entziehen.
Drittens konnte sie dann etwas anderes, als zu unterschreiben tun.
Drei Gründe also, warum sie aus ihrem stickigen Raum entfliehen konnte.
"Pro Waffe 51.000 Credits. Ich bin in fünfundzwanzig Minuten am West-Tor."

 

 

Im Stationshangar ging alles drunter und drüber. Eine Durchsage ertönte mehrere Male, sagend, dass Landefläche drei wegen Wartungsarbeiten geschlossen sei. Mehrere Raumer standen auf den elf Metallplattformen, die zum Verladen von Waren gedacht waren. Die Halle war mehr als hundertfünfzig Meter hoch und hatte einen abgerundeten Stil. Alles war braunsilbern gefärbt. Ein Kranarm ließ einige hölzernen Palletten nieder, die von argonischen Arbeitern freundlich begrüßt wurden. Sie nahmen jeweils zu dritt einige drei Meter langen Kisten von einem Stapel und hievten sie auf die Paletten. Immer vier der Kisten auf eine. Der Kran zog das Seil ein, schwenkte nach rechts und ließ Sie knapp vor der Laderaumluke eines sehr großen Transporters nieder, wo sie von anderen Arbeitern wieder herab und in das Schiff getragen wurden. Ein Argone zog eine Liste unter seiner Jacke hervor und schrieb etwas darauf. Dieser Vorgang ging sehr flott und wiederholte sich sechs Mal, bis am Ende nur noch drei Kisten übrig waren, die dann mit großer Hast auch noch verladen wurden.
Die Luke des Mammuts schloss sich. Plötzlich wurde es lauter in der Halle und alle Menschen die auf der Landeplattform standen, liefen herunter. Die riesige Metallplatte erhob sich um einige Meter und ließ den der TL Klasse angehörigen Transporter aufsteigen. Die Kontrolltriebwerke flammten in einem hellen Blau auf. Der Raumer gewann an zunehmender Geschwindigkeit, und verließ die Halle durch einen orthogonalen Schacht an der Wand. Darauf schoss er wie ein Marschflugkörper hinaus ins All.
Die dreizehnköpfige Besatzung und die dazugehörige Agone waren angeheuert worden, um die 27 Waffen zu West-Tor zu bringen. Antigone stand mit größer werdenden Augen neben dem Captain auf der Brücke und starre hinunter auf Sandwell. Da die Sonne direkt hinter den Schiff stand, wurde der Planet in eine Art Korona eingehüllt und schimmerte blau-grün an seinem Horizont.
"Captain, ich hätte da eine Frage." Sie wendete sich zu ihm.
"Was wollen sie den wissen, Antigone?" Fragte der ungefähr 55 Jahre alte Mann, die Augen immer noch auf Sandwell gerichtet.
"Sagen sie, wie viel Platz ist noch im Laderaum? Haben wir noch genug Fläche für ein kleines Schiff?"
Der Captain starrte sie Verdutzt an, und öffnete dabei den Mund. "Ein Schiff? Was bitte für ein Schiff soll das sein? wir haben noch... 93% unbenutztes Volumen. Ich bräuchte einen Massevergleich. Dann weiß ich mehr."
"Genügt das, wenn ich ihnen das Objekt auf dem Gravidar zeige?" Antigone blickte hoffnungsvoll um sich.
"Also gut. kommen sie mit und zeigen sie mir dieses Schiff, von dem sie reden. Dafür möchte ich aber ein größeres Gehalt." Er wandte sich zum Navigationsoffizier. "Neuen Kurs berechnen. Ich gebe ihnen die Daten durch."

 

 

 

 Kapitel 3

 

 [Zitat]

 Argon Prime: Orbit: 291NT

Aaron Wilson saß auf einem Stuhl im Café des Krankenhauses und starrte auf den Fernseher. In letzter Minute hatte er sich bei der Kioskbesitzerin ein Los der Argon-Lotterie gekauft. Jetzt wartete er gespannt auf die Gewinnerzahl.
Eigentlich kaufte Swea immer die Lose. Da sie aber in ihrem Bett in der Krankenstation lag, konnte sie dies heute nicht selber tun. Aaron stellte sich vor, was er sich von dem ganzen Geld kaufen würde. Erst mal ein eigenes Schiff, ja. Dann eine neue Wohnung. Einen neuen Fernseher. 7 Millionen Credits sind eine immense Summe. Wenn man überlegt, dass ein Los nur 5 Credits kostet.
Eine Frau erschien auf dem Fernseher. Sie hatte Ähnlichkeit mit den Nachrichtensprecherfrauen.
Die sehen eh alle gleich aus,. dachte Aaron.
"Hallo und herzlich Willkommen zur Argon-Lotterie. Ich hoffe sie haben ihre Scheine schon gekauft, denn nun kommen die Gewinnerzahlen."
Das Gleiche sagt sie immer. mal sehen ob ich gewinne.
Gerade als die Frau anfangen wollte zu sprechen, ging die Tür des Cafés auf, und brüllende Jugendliche stürmten hinein.
"Eh, ich wähl den Sender" - "Nee, ich man" - "Seid still, man."
Drei Sekunden später warf der Fernseher ein anderes Bild in den Raum. Aaron wurde etwas wütend und Stellte sich auf und ging zur Kioskbesitzerin.
"Wissen sie vielleicht, wie ich an die Lottozahlen komme?" Er lehnte sich auf die Theke.
Die Frau lächelte: "Probieren sie es im Argonet. Da steht doch alles."
"Vielen Dank. Sagen sie, wo ist der nächste Holo-Schirm?" Hackte Aaron nach.
"In diesem Gang, hinten links. Ganz einfach."
Aaron bewarf sie mit einem flüchtigen "Danke" und lief aus dem Raum, wie ein gestochenes Argnu.
Am Ende des Ganges angekommen, fragte er die "AI des Hauses", wie er es zu sagen pflegt, nach den aktuellsten Lottozahlen. Das Hologramm zeigte erst das Laden-Symbol und dann tauchten einige Zahlen auf. Er verglich diese mit denen auf seinem Los und ihm stockte der Atem: Fünf von sieben Zahlen stimmten überein! Das bedeutete, er hat Geld gewonnen!
Schnell rannte er zu Sweas Zimmer, um ihr mitzuteilen, das er gewonnen hatte. Er konnte es fast nicht glauben. Aber, wie viele Credits gehörten nun ihm?

 

 

 

 2010/2011 by Yomyo. Nicht Kopieren!!!


 
 
 
  Es waren schon 4667 Besucher hier.  
 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=